DYSTROPHIE
(Dystrophia)
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Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu dem Urteil. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich ein weiteres Urteil, diesmal vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 oder auch https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik.
Alle gesetzlich Krankenversicherte haben mittlerweile Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und die Patienten dürfen sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen (nur zugelassene Einrichtungen wie z.B. unsere). Weiter Einzelheiten erfahren Sie hier (einfach anklicken), oder auch der Orginalseite der Bundesregierung: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
Auch daß für eine Rehabilitation bei Berufstätigen automatisch die Rentenversicherung zuständig ist, stimmt so nicht (mehr). Führen z.B. chronische Schmerzen nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, so ist die Krankenkasse selbst Kostenträger und nicht die Rentenversicherung.
Als Dystrophie (lat.: Dystrophia) werden durch Mangel- oder Fehlernährung bedingte Störungen und Veränderungen des ganzen Organismus bzw. nur einzelner Körperteile oder Gewebe bezeichnet, wobei hpts. die Trophik (= die Ernährung bzw. der Ernährungszustand eines Gewebes, Organs oder Organismus) betroffen ist.
Ein Beispiel für eine Dystrophie (also den ganzen Organismus betreffend) ist die Dystrophia adiposogenitalis, eine sich kurzfristig entwickelnde Fettsucht, bei Kindern verbunden mit Minderwuchs und sexueller Unreife.
Einzelne Körperteile werden
von der Ref
lex-
Dystrophie betroffen. Dabei entsteht die
Dystrophie (Dystrophia) infolge eines Reizes, der über
das Nervensystem erfolgte. Weil ein solcher, Dystrophie
-auslösender Nervenreiz über das unwillkürliche Nervensystem (Sympathikus)
vermittelt wird, spricht man von einer sympa thischen Ref
lex- Dystrophie, teilweise
auch als Algodys
trophie
(=
schmerz
hafte Dystrophie)
oder Neu ro-
Dystrophie
bezeichnet.
In der
Schmerztherapie
wird die sympath
ische Ref
lex- Dystrophie jetzt als C
RPS Typ I (*siehe unten) bezeichnet.
Eine solche sympat hische Refl ex-Dystrophie (C RPS Typ I*) bzw. dyst rophische Er krankung ist das S udeck Dystrophie Synd rom.
Zu dieser Dystrophie kann
es nach jeder Arm- oder Beinverletzungen kommen, seltener aber auch spontan
(= von alleine, ohne
erkennbare Ursache). Die Pathogenese
(= Krankhe
itsentwicklung)
ist unbekannt.
Die Patienten klagen über diffuse, heftige und
brennende
Schmerzen, ähnlich wie bei einer
Kausalgie (=
Schmerzen nach
Nervenverletzung). Häufig besteht eine
Hyperästhesie (=
Sensibilitätsstörung als Überempfindlichkeit gegenüber allen örtlichen Reizen)
bis hin zu
Allodynie (=
Berührungsschmerzen schon bei leichter, normalerweise nicht
schmerz hafter
Berührung).
Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien meist
bläulich livide verfärbt und ödematös
(= aufgequollen)
verändert. Beteiligte
Gelenk
e versteifen oft und führen so zu einer Behinderung. Die Art der
Gewebsveränderung läßt an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner
1988).
Besonders gravierend ist diese Dystrophie im Bereich der Hand, weil sie dort häufig zur Invalidität führt. Im Bereich der unteren Extremität (= Bein) tritt diese Dystrophie bevorzugt im Bereich des Fuß es auf, seltener Knie oder Hüfte. Auf dem Röntgenbild sieht man eine typische, fleckige, diffuse Knochenentkalkung ähnlich wie bei der Osteoporose (= Systemerk rankung des Skeletts mit Verminderung der Knochen masse).
Die S udeck Dystrophie läuft (meist) in drei Stadien ab:
1.
Akutes Stadium
Im Vordergrund stehen
Schmerzen, auch in
Ruhe, Schwellung infolge eines Ödems
(= krankhafte Flüssigkeitsansammlung)
und hochgradige Funktionseinschränkung. Die Haut ist rötlich/bläulich verfärbt
und teigig verändert sowie überwärmt.
2.
Dystroph
isches
(= durch Mangel- oder
Fehlernährung bedingte Störungen und Veränderungen einzelner Körperteile
betreffendes)
Stadium
Das Gewebe atroph
iert (=
schwindet, bildet sich zurück) und
die Schwellung geht zurück.
Schmerzen lassen nach und die Temperatur im
betroffenen Körperbereich ist herabgesetzt.
3.
Stadium der Atroph
ie
Knochen und
Weichteile sind
atrophie
rt (= haben
sich zurückgebildet), auch die
Muskeln, beteiligte
Gelenk
kapseln sind geschrumpft. Es besteht eine deutliche
Bewegung
seinschränkung. Die Haut ist dünn, blaß, beteiligte
Knochen sind
entkalkt (seitenvergleichendes Röntgenbild!).
Behandlung bei einer Sudec k Dystrophie
1) Systemisch (= den Gesamtorganismus betreffende) medikamentöse Behandlung:
2) Lokale (= örtliche) medikamentöse Therapie bei Sudec k Dystrophie:
3) Spezielle Schmerztherapie / Therapeutische Lokalanästhesie
Die konsequente Anwendung
der
therapeutischen Lokalanästhesie
(= Behandlung mit
einem örtlichen
Betäubungsmittel) führt bei einer
Sudec
k
Dystrophie zu beachtlichen Erfolgen. Für den Bereich der
Arme hat sich die
Blockade
(= Betäubung) des
Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
bewährt, optimal in
kontinuierlicher Form mit Katheter**. Die
Stellatumblockade
kann auch als
GLOA
(=
ganglionäre Opioidanalgesie
mit einem Opium-ähnlichen Medikament)
durchgeführt werden, Nachteil dieser Methode ist aber, daß kaum ein
durchblutungsfördernder Effekt eintritt.
Auch die
kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis mit Katheter** ist
sehr hilfreich (und auch risikoärmer als Stellatumblockaden), zumal das
Nervengeflecht des Armes reich an vegetativen Fasern ist, so daß es neben der
erwünschten Hemmung der Nozizeption
(= Schmerzreizleitung)
auch zu einer Steigerung der Durchblutung kommt und somit die gestörte
Mikrozirkulation im Schmerzbereich optimiert wird.
Im Bereich der Beine (einschließlich Hüfte) kommen bei einer Sudec k Dystrophie ebenso kontinuierliche Blockadetechniken** zur Anwendung:
· Hüfte: Kontinuierliche Blockade des P lexus lumbal is mittels N. femoralis Katheter**
·
Oberschenkel,
Knie
· Unterschenkel (hinten und außen) sowie Fuß: Kontinuierliche Blockade des N. ischiadicus**
Auch die Ner ven femoral is und ischias bzw. ischiad icus führen vegetative Fasern, so daß die erwünschte Sympathikolyse (= gefäßerweiternde und damit durchblutungssteigernde Wirkung) ebenfalls eintritt.
Als nächst höhere Therapiestufe bietet sich für die untere Körperhälfte die kontinuierliche peri(epi)durale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter** an.
Begleitend hat sich auch eine Infusionsserie mit Lidocain 2% (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) als hilfreich erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte.
Man kann Lidocain auch serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen (= Spritzen in eine Schlagader) in die A. femoralis (= Beinschlagader) oder A. brachialis (= Schlagader des Armes) verabreichen, so z.B. 2-3 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel in die sog. Endstrombahn und führt dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung (Sympathi kolyse) bei gleichzeitiger Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympath ische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde bewußt um das Gefäß herum infiltriert.
Manche Autoren empfehlen
sog.
Sympathikusblockaden
mit Guanethidin. Der Wirkstoff findet auch zur Behandlung eines Bluthochdrucks
Verwendung. Der Wirkmechanismus beruht auf der Verminderung der Freisetzung des
Botenstoffs Noradrenalin aus den Endigungen der Nervenzellen. Vorteil dieser
intravenösen
Sympathikusblockade
(= das Medikament
wird in ein zum Herzen zurückführendes Gefäß eingespritzt, wobei aber z.B. der
Arm vorübergehend abgestaut wird)
ist, daß die Wirkung bis zu 72 Stunden anhalten kann. Nachteil ist das gegenüber
den Nervenblockaden deutlich erhöhte Behandlungsrisiko und die dabei
auftretenden Schmerzen.
Eine Wirksamkeit von peripheren
(= außerhalb von Rückenmark oder Gehirn)
intravenösen Guanethidinblockaden ist in einer
Metanalayse (=
Zusammenfassung von Primär-Untersuchungen)
allerdings nicht nachgewiesen.
Auch die deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation
führt zur Behandlung
Nervenblockaden mit
Betäubungsmittel
auf (http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll-na/036-006.htm).
Eine dystroph ische Erkran kung (Dystrophie Synd rom) erfordert eine längerfristige Blockadebehandlung (2 bis 3 Wochen).
Wichtig sind bei
Dystrophia begleitend intensive krankengymnastische
Beübungen, um die Funktion (oft) beteiligter Gelenke zu verbessern, bzw. zu
erhalten. Als physikalische Therapiemaßnahme eignet sich bei Dystrophie
(Dystrophia) die Ultraschallbehandlung (Thomalske 1991).
Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für
die
Hochtontherapie.
Neuerdings führen wir bei dieser Dystrophie im Bereich der
unteren
Extremitäten
(=
Beine)
zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die
Unterschenkel des
Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen
Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz
pulssynchron (= in
Abhängigkeit vom Pulsschlag)
zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales
(= im gleichen Rhythmus wie das
Herz durchgeführtes)
Gefäßtraining. Über eine Verbesserung der
Durchblutung wird der lokal
(= örtlich)
gestörte Stoffwechsel optimiert. Mehr
über diese Therapie erfahren Sie hier:
www.1-avk.de
(einfach anklicken).
Bei einer längerfristig bestehender Dystrophie ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Erläuterungen:
*
Die neue Bezeichnung der International Association for the
Study of Pain lautet:
CRPS Typ I =
Complex Regional Pain Syndrome (Ref
lex Sympathetic Dystrophy Syndrome) - bzw.:
Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I
** Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade eines Ner
ven mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht “aufgeschnitten” werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des
örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden. Das
örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt, damit begleitend krankengymnastische
Übungsbehandlungen möglich bleiben, in manchen Fällen durch die gleichzeitige
Hemmung der Schmerzreizleitung dadurch sogar erst möglich werden. Dass die
schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung und damit
Optimierung des lokalen
(= örtlichen) Stoffwechsels
(besonders wichtig bei der
Sud
eck Dystrophie)
resultiert.
Nach neueren Erkenntnissen vermag diese intensive Blockadetherapie auch das sog.
Schmerzgedächtnis zu löschen.
Die beschriebenen, invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
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Viszerale Schmerzen,
viscerale Schmerzen,
W
Wadenkrampf,
Wadenschmerzen (www.wadenschmerzen.de),
Weichteilschmerzen,
Wirbelkanalstenose,
Wirbelsäulenschmerzen,
Wirbelsäulenversteifung,
Wirbelsäulenkrümmung, Wirbelsäulenleiden
(www.wirbelsaeulenleiden.com),
Wirbelsäulenverbiegung,
Wirbelversteifung (www.wirbelversteifung.de),
WS-Schmerzen,
Wurzelentzündung,
Wurzelkompression (www.wurzelkompression.de),
Z
Zahnschmerzen, Zeckenbiß
(www.zecken-biss.de),
Zehenschmerzen,
zentrale Schmerzen,
Zephalodynie,
Zosterschmerzen,
Zungenentzündung,
Zungenschmerzen,
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